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Hightech im Handwerk

Samstag | 10.03.2018

Rhön- und Saalepost vom 12.03.2018/von Brigitte Chellouche

"Bleiben Sie Ihrem Beruf und dem Handwerk treu. Es wird sich lohnen.“ Kurt Haßfurter, Schulleiter der Jakob-Preh-Berufsschule, freute sich, zur Freisprechung der Schneidwerkzeugmechaniker sehr viele der Auszubildenden begrüßen zu können. Mit ihnen reisten aus dem ganze Bundesgebiet Eltern und Ausbilder an, um im Rahmen einer Abschlussfeier den jungen Absolventen Wertschätzung zu erweisen für die Leistung und Arbeit, die sie in den letzten dreieinhalb Jahren in ihre schulische Ausbildung investierten.

„Sie haben die Gesellenprüfung bestanden. Sie haben sich einen Hightech-Beruf ausgewählt. Ich gratuliere Ihnen dazu“, sagte Haßfurter und erinnerte an die Verantwortung, die jetzt jeder für sich selbst hätte. „Gehen Sie Ihren eigenen Weg und gestalten Sie Ihre Zukunft.“

Die Jakob-Preh-Berufsschule in Bad Neustadt sei die einzige Schule, die die schulische Ausbildung zum Schneidwerkzeugmechaniker biete, sagte der Schulleiter. Daher kämen die Schüler aus ganz Deutschland hierher. Die Schule sei gut ausgestattet, die Bedürfnisse würden vom Landkreis gesehen und finanziert. Dafür dankte Haßfurter. „Wer Fachkräfte braucht, muss ausbilden“, sagte er und bot gleichzeitig den Firmen, die weit verstreut in der Bundesrepublik liegen, telefonische Information und Hilfe zu schulischen Belangen an. Gleichzeitig verabschiedete er sich von diesem Zuhörerkreis, wird er doch bei der nächsten Freisprechungsfeier in 2019 nicht mehr anwesend sein. Kurt Haßfurter geht am 1. August 2018 in den wohl verdienten Ruhestand.

Peter Suckfüll, stellvertretender Landrat, habe diesen „honorigen Termin“ gerne wahrgenommen, betonte er. Er gratulierte den Schneidwerkzeugmechanikern zur bestandenen Gesellenprüfung. Die Mühen und Anstrengungen hätten sich gelohnt. Sie hätten nun ihren Gesellenbrief in den Händen. Sein Lob und Dank galt zudem dem Schulleiter, den Lehrern und Ausbildern. „Ein gute Ausbildung bedeute eine gute Zukunft“, sagte Suckfüll abschließend.

Walter Heußlein, Präsident der Handwerkskammer Unterfranken, schmunzelte. Sie hätten sich eines der „schärfsten Gewerke“ als Beruf ausgesucht. Man benötige jedoch auch großes technisches Verständnis und viel Feingefühl dazu. Er sprach seine Glückwünsche zur bestandenen Gesellenprüfung aus und hoffte gleichzeitig, dass die jungen Leute Gefallen an Bad Neustadt gefunden hätten.

Jürgen Baldus, Präsident des Fachverbandes Deutscher Präzisions-Werkzeugschleifer, verglich den Beruf des Schneidwerkzeugmechanikers mit einem Biathleten. Man benötige eine gute Vorbereitung, stetes Training, viel Ausdauer und auf dem Zielsprint müsse man die Prüfung meistern. Das hätten sie alle getan und bekämen dafür heute jeder seine persönliche Medaille.

42 Schneidwerkzeugmechaniker hätten sich der Prüfung gestellt und fast alle hätten bestanden. „Sie sind ab heute gestandene Fachmänner. Sie leisten gute handwerkliche Arbeit. Sie haben die richtige Berufswahl getroffen“, sagte er.

Im Anschluss überreichte Oliver Gayer, Obermeister der Innung Nordbayern Schneidwerkzeugmechaniker, die Zeugnisse an die frisch gebackenen Gesellen im Schneidwerkzeugmechaniker-Handwerk.

Eine besondere Ehrung wurde Lukas Bauer von der Firma ALMÜ aus Zell unter Aichelberg (Baden-Württemberg) teil. Als Klassenbester mit einem Schnitt von 1,3 erhielt er eine Urkunde und ein Präsent.

Die Gesellenprüfung zum Schneidwerkzeugmechaniker haben bestanden:

Emre Agacbacak (Firma Sprengel,Witten), Lukas Bauer (ALMÜ, Zell unter Aichelberg), Robin Behringer (Schlenker, Böbingen), Joris Cholevas (Gentil, Stockstadt), Stefan Christ (Prototyp-Werke, Zell am Harmersbach), Simon Eggel (Boerboom, Nesselwang), Lorenz Geiger (Geiger, Vogt), Florian Geyer (Inovatools, Kinding-Haunstetten), Arbnor Gjikokaj (WEMA, Pfaffenhofen), Dennis Hansen (ibb, Rösrath), Marc Hödel (Wunschmann, Rottenburg-Hailfingen), Tim Kicherer (Huber, Pfaffenhofen), Joshua Korbach (Spreyer, Limburg), Pascal Körner (VST, Plauen), Stephan Lang (Inovatools, Kinding-Haunstetten), Dennis Ludwig (ZOM, Magdeburg), Robert Moosmeier (WEMA, Pfaffenhofen), Sven Murswieck (WST, Uelzen), Mustafa Özkan (WEMA, Pfaffenhofen), Christian Pfeifer (Giesser, Winnenden), Tobias Schmäling (Otmar Lang, Schönbrunn-Frenshof), Lukas Schmidt (Weisskopf, Meiningen), Maximilian Ullermann (Inovatools, Kinding-Haunstetten), Jannis Werth (Jakob, Lüdinghausen), Alexander Werz (VST, Plauen), Roberta Woyte (Prototyp-Werke, Zell am Harmersbach), Metin Yildirim (Hufschmied, Bobingen), Korab Alji (Gühring, Albstadt), Dominik Glomb (Wolf, Bruchmühlbach), Calvin Hartmann (K.H. Müller, Sien), Björn Köpke (Rixdorfer Messerschmiede, Berlin), Sten Leek (Günthner, Hamburg), Marcel Maser (Gühring, Albstadt), Franz Wenzel (Kanne, Aschersleben), Tim Greßler (Schmidt, Zella-Mehlis), Alexander Jedich (Tiemann, Osnabrück), Ferdinand Mehringer (Inovatools, Kinding- Haunstetten), Robert Pommerehne (Schütte, Köln), Daniel Grasmück (Wolf, Bruchmühlbach), Thomas Pataki (Gühring, Albstadt), Kevin Pusch (Fraisa, Willich), Jonathan Schalow (Gühring, Albstadt).

FOTO: Mit einer Freisprechungsfeier wurden die Schneidwerkzeugmechaniker aus ganz Deutschland in der Jakob-Preh-Berufsschule von Bad Neustadt verabschiedet. Foto: Brigitte Chellouche 

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