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Lehrerfortbildung bei TEXPA in Saal

Donnerstag | 28.09.2017

von StR Sebastian Tomm


Während der dualen Ausbildung hat der Auszubildende zwei Partner an seiner Seite. Die Jakob-Preh-Schule stellt den einen Partner dar und das Ausbildungsunternehmen den anderen. Im besten Falle ergänzen sich Berufsschule und Betrieb gegenseitig derart, dass die Schülerinnen und Schüler im ihnen bekannten betrieblichen Handlungsfeld lernen und ihre Fähigkeiten entwickeln. Fragen, die im Betrieb an einem realen Beispiel entstanden sind, sollen in der Berufsschule beantwortet werden. Neue, weiterführende Themen und vertiefende Theorien, die in der Schule aufgezeigt wurden, sollen im Betrieb erlebt werden.

Diesen beschriebenen „best case“ zu realisieren, ist allerdings alles andere als leicht. Die Heterogenität der Schüler, die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der Ausbildungsbetriebe, die Unternehmensgrößen und Intensitäten der Ausbildung sind Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Aus diesem Grund besuchen die Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs Metalltechnik regelmäßig im Rahmen einer Fortbildung Ausbildungsbetriebe im Landkreis. Hierbei sollen Unternehmensstruktur, Arbeitsbedingungen, Tätigkeitsbereiche, also die „Berufswelt“ der Auszubildenden selbst erlebt werden.

Und da kommen die Bettlaken und Handtücher ins Spiel. Wir freuten uns sehr über die Zusage der Firma TEXPA GmbH & Co. KG mit Sitz in Saal, dass sie gerne bereit waren, ihre Türen für uns Lehrer zu öffnen und uns einen Einblick in ihre Fertigung zu gestatten. TEXPA plant, baut und verkauft große Fertigungsanlagen zur Herstellung von Haushaltstextilien wie Bettlaken, Handtücher, Tischdecken, Gardinen und Duschvorhänge. Das machen sie so gut, dass sie in dieser Branche eine führende Rolle auf dem Weltmarkt einnehmen und zeitnah ihre Produktionsstätte in Saal erweitern werden. Gemeinsam mit der Jakob-Preh-Schule bildet TEXPA Industriemechaniker, Elektrotechniker und Bürokaufleute aus. So machten sich am 23.06.2017 13 Kollegen des Fachbereichs Metalltechnik und 2 Kollegen des Fachbereichs Elektrotechnik auf den Weg nach Saal.

Vor Ort begrüßte uns zunächst der technische Betriebsleiter Herr Rott. In einem Glasschaukasten befand sich ein Modell einer von TEXPA gebauten Fertigungsanlage zur Herstellung von Bettlaken. Anhand dieses erklärte Herr Rott den automatischen Ablauf der Bettlakenproduktion mit den Fertigungsschritten Abrollen, Etikettieren, Säumen, Schneiden, Falten und Verpacken. Eines der Alleinstellungsmerkmale TEXPAs ist die Anpassungsfähigkeit der Anlagen an die Kundenwünsche. Kunden quer über den Globus wollen zufriedengestellt werden, was sich in unterschiedlichen Produkten, Stoffen, Formaten und Etikettierungen äußert. Hinzu kommt, dass die von TEXPA gebauten Fertigungsanlagen in Gebieten unterschiedlicher Infrastrukturen installiert werden. So muss die Inbetriebnahme in den USA genauso realisiert werden, wie in Indien oder Afghanistan. All das erfordert langjähriges „Know-How“ und hat uns bereits zu Beginn der Fortbildung überrascht. Am Ende der Begrüßung durften wir Teilnehmer verschiedene Textilien in die Hand nehmen, die mit Anlagen von TEXPA gefertigt wurden. Den kritischen Blicken und Handhabungsproben von uns erfahrenen Hausmännern haben sie mit Bravour standgehalten.

Zur anschließenden Betriebsbesichtigung schlossen sich Herr Scheublein, Ausbilder Metall, und Herr Kober, Ausbilder Elektro, der Gruppe an. Herr Scheublein zeigte uns verschiedene Arbeitsplätze und Maschinen im Unternehmen. Er erklärte, wann und wo die Auszubildenden eingesetzt werden und mit welchen Hilfen sie auf die Prüfungen vorbereitet werden. Herr Kober ergänzte die Führung in den Bereichen der elektrotechnischen Fertigung und der Konstruktion. Somit konnten wir den Planungs- und Herstellungsprozess einer Fertigungsanlage vollständig nachvollziehen. Sehr beeindruckt war die Lehrerschaft von der Fertigungstiefe TEXPAs und deren Strategie, möglichst wenige Dienstleistungen von außen zukaufen zu müssen. Bei Begutachtung der hierfür angeschafften Maschinenkombination aus Laserschneidanlage und automatischer Biegepresse zur Bearbeitung von Metallblechen ergaben sich interessante und vielfältige Fachgespräche zwischen den Experten und den Teilnehmern.

Was zuvor bereits erahnt wurde, wurde zum Abschluss im Test-Center dann bestätigt. Die Baugröße einer Anlage zur Handtuchproduktion und die sehr große Anzahl kleiner Bauteile und Zwischenbaugruppen riefen Staunen und Begeisterung hervor. Neben einer logistischen Meisterleistung ist hohe Präzision von Anfang bis Ende erforderlich, um eine solche Fertigungsanlage in bekannter TEXPA-Qualität mit langer Standzeit zu fertigen. Die Live-Vorführung der Handtuchproduktion klappte reibungslos und das rasante Klackern der Nähmaschinen blieb den Teilnehmern noch eine Zeit lang im Ohr.

Wir Lehrer der Jakob-Preh-Schule sagen an dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Beteiligte der Firma TEXPA. Unisono gab es positive Rückmeldung für die äußerst kompetente und interessante Gestaltung des Firmenbesuchs. Wir freuen uns sehr auf ein nächstes Mal!

Abbildung: Lehrer der Jakob-Preh-Schule mit TEXPA-Betriebsleiter Christian Rott (vorne Mitte)

 

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