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Holzbildhauerschule in Bischofsheim unter neuer Leitung

Freitag | 04.03.2016

Zwei Schulen in einer Hand

 

Schulleiter der Jakob-Preh-Berufsschule übernimmt auch Berufsfachschule für Holzbildhauer

 

Von Stefan Kritzer /Rhön- und Saalepost vom 05./06.03.2016

 

BISCHOFSHEIM Die traditionsreiche Staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauer hat einen neu­en Schulleiter. Nachdem Rudolf Schwarzer im Februar in den Ru­hestand gegangen ist, übernimmt Kurt Haßfurter die Holzschnitz­schule. Haßfurter bleibt zugleich Leiter der Jakob-Preh-Berufsschule in Bad Neustadt. Damit sind in den vergangenen Wochen gleich zwei Schulleiterposten im Land­kreis weggefallen und jeweils auf eine Person konzentriert worden.

In einem Pressegespräch stellte sich Kurt Haßfurter in den Räum­lichkeiten der Holzschnitzschule als neuer Schulleiter vor. Nachdem er das Gespräch mit den knapp 30 Schülern gesucht hatte. In Personal­union wird Haßfurter die Berufsfach­schule für Holzbildhauer in Zukunft leiten, neben seinem Job als Leiter der Jakob-Preh-Schule. Erst vor weni­gen Wochen hatte die Zusammen­fassung des Schulleiterpostens der Staatlichen Wirtschaftsschule sowie der Fachober- und Berufsoberschule in der Kreisstadt für Aufsehen ge­sorgt. Jetzt wird erneut die Stelle eines Schulleiters vom Kultusminis­terium gestrichen und die Aufgaben auf einen etablierten Schulleiter übertragen.

„Meine Hauptaufgabe ist es, diese Schule zu leiten und in die Zukunft zu führen", sagte Haßfurter gegen­über der Presse. Landrat Thomas Habermann holte weit aus und unterstrich die Bedeutung der alt­ehrwürdigen Holzschnitzschule für die Rhön. „Die Entwicklung der Schule liegt uns auch weiterhin sehr am Herzen", sagte der Landrat. Die Holzschnitzschule in Bischofsheim wurde im Jahre 1852 gegründet. Dass die heutige Staatliche Berufsfach­schule für Holzbildhauer im schuli­schen Betrieb anderen Regeln unter­liegt als eine „normale" Schule, ver­steht sich von selbst. „Die Holz­schnitzschule braucht mehr Frei­raum und mehr Raum für Gestal­tung", sagte Habermann. Diesen Freiraum wollen Habermann und Haßfurter für die Schule auf jeden Fall erhalten.

Jahrzehntelang hatte Rudolf Schwarzer die Geschicke der Schule geleitet und sie zu einem bundesweit anerkannten Ausbildungszentrum für Holzbildhauer entwickelt. Seit Februar ist Schwarzer nun im Ruhe­stand. Vor eineinhalb Jahren kam be­reits Lehrer Michael Kühnert an die Schule in Bischofsheim - von der Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt. Kühnert fungiert laut Haßfurter als „Speerspitze des Schulleiters" an des­sen zweitem Schulleiterposten.

Die Zusammenlegung der Holz­schnitzschule mit der Jakob-Preh-Schule nannte Habermann „ge­schickt und günstig für die Zukunft". Synergieeffekte unter anderem bei den Lehrkräften werde es auf jeden Fall geben. „Die Schule bleibt aber eigenständig", betonte Thomas Ha­bermann. Stellt sich nur die Frage, wer die künstlerische Richtung der Holzbildhauer in Zukunft vorgibt.

Die künstlerische Leitung der Schule soll in den kommenden Monaten aus dem Kollegium heraus neu defi­niert werden. Bislang lag diese in den geschickten Händen von Rudolf Schwarzer.

Die Richtung für die aus der Tradi­tion des Holzschnitzens entstandene Schule ist hierbei jedoch schon jetzt klar umrissen: Die Holzbildhauer sollen sich anderen Materialien öff­nen, sollen künftig auch mit Stein, Glas, Papier und anderen Stoffen arbeiten. „Die Zukunft der Schule muss in ihrer Öffnung liegen", umriss Kurt Haßfurter die Aufgaben, die nun als Schulleiter auf ihn zukom­men. 

FOTO: Vor einer Skulptur aus Pappe von Nico Jendrusch aus Schneeberg im Erzgebirge (2. von links) zeigt sich Berufs­schulleiter Kurt Haßfurter (links) als neuer Leiter der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofs­heim. Glückwünsche zum zweiten Schulleiterposten gab es von Landrat Thomas Habermann (rechts) und Lehrkraft Michael Kühnert.   foto: stefan kritzer

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