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Freisprechungsfeier

Samstag | 18.02.2017

Richtiges Werkzeug, halbe Arbeit 

Die Jakob-Preh-Schule spricht Messerschmiede und Schneidwerkzeugmechaniker frei 

Für Schulleitung, Schulträger und Handwerkskammer ist die Freisprechungsfeier der Schneidwerkzeugmechaniker immer ein besonderer Moment. Schließlich ist die Jakob-Preh-Schule die einzige Berufsschule in Deutschland, die für die theoretischen Grundlagen in diesem selten anzutreffenden Berufsfeld sorgt. Jetzt wurden die Gesellen in einer Feierstunde freigesprochen, einige Messerschmiede sind auch unter ihnen.

„Es ist ein nicht so bekanntes Gewerk“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Unterfranken, Walter Heußlein. „Aber es ist ein Handwerk mit Tradition und Zukunft.“ In der Aula der Jakob-Preh-Schule waren die neuen Gesellen, Eltern wie Ausbilder aus ganz Deutschland zusammengekommen, um die Freisprechung zu feiern.

Zwar ist der Beruf des Schneidwerkzeugmechanikers nicht so häufig anzutreffen, der des Messerschmieds noch viel weniger, dennoch ist deren Handwerk von grundlegender Bedeutung. Schließlich werden überall, im Handwerk wie in der Industrie, scharfe Klingen benötigt, um exakt Werkstücke bearbeiten zu können. „Richtiges Werkzeug bedeutet halbe Arbeit“, zitierte Heußlein eine alte Handwerkerweisheit. Schulleiter Kurt Haßfurter nennt diesbezüglich gerne ein Kreissägenblatt als Beispiel. Ist dieses nicht richtig scharf, sind keine genauen Holzschnitte möglich.

In Industrie sind scharfe Klingen und Bohrer beim Drehen oder Zerspanen unabdingbar. Und was wäre der Metzger ohne ein scharfes Messer. „Sie fertigen oder schärfen die Werkzeuge nach, mit denen hoch qualifizierte Berufe in Handwerk und Industrie erst in die Lage versetzt werden, ihre geforderte Qualität abzuliefern“, sagte Haßfurter. „In Zeiten von Leichtbau und neuen, hochfesten Werkstoffen ist Ihr Wissen und Können sowie die Innovationskraft ihrer Branche für die Zukunft des Industriestandortes Deutschland von großer Bedeutung.“ Als Herausforderung für die Zukunft erwähnte Kurt Haßfurter die neuen Standards in Sachen Industrie 4.0. und überreichte gemeinsam mit Innungs-Obermeister Oliver Gayer die Zeugnisse.

Neugier und Wissensdurst auf dem weiteren beruflichen Weg zu bewahren, das forderte der Obermeister der Messerschmiede-Innung Dresden, Stefan Stange von den jungen Gesellen. Ein großes Dankeschön brachte Landrat Thomas Habermann den Ausbildungsbetrieben entgegen. Für die Berufsschüler bedankte sich Julian Winterscheid bei allen Ausbildern und Lehrern. Buchpreise für die Klassenbesten gingen an Danilo Dürichen (Magdeburg), Alexander Stoll (Lahr) und Max Kohlheimer (Regensburg).

Die Absolventen im Schneidwerkzeugmechaniker-Handwerk aus der Winterprüfung 2016/17 sowie aus der Sommerprüfung 2016:

Messerschmiede: Jannick Bacher und Marvin Sandau und Alexander Becker (Firma Johannes Giesser Messerfabrik, Winnenden) sowie Raffaele Chesi (Chesi Messerschleiferei, Nürnberg).

Schneidwerkzeugmechaniker: Tobias Böttcher (Weisskopf Werkzeuge, Meiningen), Danilo Dürichen und Christoph Kersten (ZOM Oberflächenbearbeitung, Magdeburg), Valentin Ernst (Präzisionswerkzeuge Wurzen, Wurzen), Andrej Frank (Präzisionswerkzeuge Schmidt, Zella-Mehlis), Besim Halili (Firma Märklen, Neckarsulm), Pascal Martens (Reichert Präzisionswerkzeuge, Hockenheim), Tobias Meier (Hufschmied Zerspanungssysteme, Bobingen), Patrick Nußeck und Eugen Sutter (SIG-Technik Werkzeuge, Grebenstein);

Gjelbrim Sadrija (Firma Fraisa, Willich), René Schäfer, Sven Schneider und David Bernd (Wolf Werkzeugtechnologie, Bruchmühlbach), Alexander Stoll (zermet Zerspanungstechnik, Lahr), Julian Winterscheid (Firma Alfred H. Schütte, Köln), Jason Hassall (Barth Schleiftechnik, Augsburg), Markus Klinginger (Werkzeugschleiferei Kinateder, Hauzenberg), Tobias Kopp (Kopp Schleiftechnik, Lindenfels), Georgios Manaridis (KLW-Schleiftechnik, Hückeswagen), Julian Nobis (Werkzeugschleiferei M&R, Berlin) und Yorum Özer (Firma JERSA, Baindt).

Glückwünsche für die bestandene Sommerprüfung 2016 erhielten Messerschmied Max Kohlmeier (RMS Messerservice, Regensburg) sowie die Schneidwerkzeugmechaniker Silvio Gonser, Gaetano Ingrassano und Marco Keppler (Firma Gühring, Albstadt) und Robin Siber (GALÖ CNC-Schleif- und Drehtechnik, Schwenningen).

FOTO: Die neuen Gesellen im Handwerk der Schneidwerkzeugmechaniker und der Messerschmiede wurden in der Jakob-Preh-Schule freigesprochen. Es gratulierten (von links) Schulleiter Kurt Haßfurter und Landrat Thomas Habermann sowie (von rechts) Innungs-Obermeister Oliver Gayer (hintere Reihe), der Präsident der Handwerkskammer Unterfranken Walter Heußlein (mittlere Reihe) und Innungs-Obermeister Stefan Stange (vordere Reihe). 

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