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Botschafter der Region

Donnerstag | 12.07.2018

Foto: (von links) Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, Kurt Haßfurter, Landrat Thomas Habermann

 

Rhön- und Saalepost vom 14.07.2018 (Hanns Friedrich)

Als den idealen Botschafter der Region Main-Rhön bezeichnete Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer den scheidenden Leiter der Jakob-Preh-Berufsschule Bad Neustadt, Oberstudiendirektor Kurt Haßfurter. In einer Feierstunde wurde dieser von zahlreichen Vertretern verschiedener Institutionen verabschiedet.

Walter Heußlein, Präsident der Handwerkskammer von Unterfranken, zeichnete ihn gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Bruno Werner mit Urkunde und dem Siegel in Silber aus. Der Präsident würdigte damit die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Handwerk in der Region. Am Ende der Verabschiedung meinte Kurt Haßfurter: „Ich bin sprachlos und habe bei den Lobreden immer wieder überlegt, ob ich wirklich damit gemeint bin.“

Sein Stellvertreter, Studiendirektor Roland Endres, führte durch die Feier. Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer sagte als Festredner, dass er gerne die Nachfolgerin, Christine Götz, stellvertretende Schulleiterin der Berufsschule Bad Kissingen, vorgestellt hätte. Allerdings sei die Bestätigung durch das Kultusministerium so kurzfristig gekommen, dass der Termin nicht machbar war. Kurz streifte der Regierungspräsident den beruflichen Werdegang von Kurt Haßfurter, der im Schuljahr 2011/12 nach Bad Neustadt kam. Hier habe er sich in den vergangenen sieben Jahren als „idealer Botschafter der Region Main-Rhön“ erwiesen.

Der Regierungspräsident erwähnte die breite Palette der beruflichen Ausbildung in Bad Neustadt, die Kurt Haßfurter in seiner Zeit erheblich erweiterte. Ideal für weitere schulische Angebote sei Bad Neustadt als Modellstadt für Elektromobilität gewesen. Hier habe Kurt Haßfurter Zeichen für die Zukunft setzen und der Schule einen Innovationsschub geben können. An die Generalsanierung der Berufsschule für 6,7 Millionen Euro erinnerte der Regierungspräsident und daran, dass Kurt Haßfurter unter anderem auch Leiter der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim war.

Zielstrebig und aktiv sei Kurt Haßfurter, Globalisierung und Vernetzung seien wichtige Schlagworte für ihn. Bayernweit sei er mit „Industrie 4.0“ im Auftrag des Kultusministeriums unterwegs gewesen. Die Jakob-Preh-Berufsschule sei eine von weiteren 16 Exzellenzschulen in Bayern, auch das habe man Kurt Haßfurter zu verdanken. „Sie sind in ihrem Beruf aufgegangen“, lobte Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer und dankte im Namen seines Hauses.

Landrat Thomas Habermann sprach die fünf Schulen mit immerhin 1.600 Schülern an, deren Leitung Kurt Haßfurter übernommen hat: Die Fachschule für Elektrotechnik, für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität, die kommunale Meisterschule für Schneid- und Schleiftechnik, die Berufsfachschule für Holzbildhauer und die Jakob-Preh-Berufsschule. Er habe eindrucksvolle Spuren hinterlassen und sei ein wichtiger Wegbegleiter gewesen. „Sie haben die Aufbauarbeit ihrer Vorgänger Ulrich Bergner und Klaus Saar kontinuierlich fortgeführt.“ Kurt Haßfurter habe Mut zum Fortschritt bewiesen, auch als die Außenstelle in Mellrichstadt geschlossen werden musste oder man Klassen im Handwerk verlor. „Wir brauchen Industrie- und Handwerk“, sagte der Landkreischef, weshalb es nicht einfach gewesen sei, diese Klassen gehen zu lassen. Er erinnerte an das Fingerspitzengefühl, dass Kurt Haßfurter bewiesen habe, als Asylbewerberklassen entstanden. Es falle schwer, Kurt Haßfurter gehen zu lassen, „denn er hat die Schule nach vorne gebracht und nach Bayern geöffnet“. Die Schule sei sogar deutschlandweit ein Begriff.

Viel bewegt habe der scheidende Schulleiter und die Schule in Bad Neustadt geprägt, sagte Bürgermeister Bruno Altrichter. Die Jakob-Preh-Berufsschule habe den Herzschlag der Elektromobilität übernommen. Kurt Haßfurter habe einen Fußabdruck in der Kreisstadt hinterlassen und dafür sagte ihm das Stadtoberhaupt ein herzliches Dankeschön.

Nachbarsjungen waren sie und damit kennen sie sich am längsten, sagte Dieter Pfister, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt. Beide stammen aus Gochsheim. Kurt Haßfurter habe sich nach oben gearbeitet und er sei heute ein Vorbild, dass man auch ohne Abitur seinen Weg gehen kann. Das müsse man der Jugend heute immer wieder deutlich machen. Dazu habe auch er als Schulleiter in Bad Neustadt beigetragen.

Walter Heußlein, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken, lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit Kurt Haßfurter als Schulleiter und sagte, dass dieser wichtige Akzente gesetzt habe. „Sie waren ein Gewinn für die Schule und das Handwerk, vor allem im Hinblick auf die Duale Ausbildung und deren Umsetzung.“ Gerade in Mainfranken und in Rhön-Grabfeld würden Handwerker wieder mehr Wertschätzung erfahren. Der Präsident überreichte Kurt Haßfurter das silberne Siegel mit Urkunde der Handwerkskammer für Unterfranken.


„Danke für das Gesamtpaket Kurt Haßfurter"

BAD NEUSTADT (hf) „In jedem Winkel dieser Schule ist die Handschrift von Kurt Haßfurter erkennbar." Das sagte Jürgen Baldus, Präsident des Fachverbandes Deutscher Präzisionswerkzeugschleifer, bei der Verabschiedung in der Aula der Jakob-Preh-Schule. Dies gelte besonders für den Bereich der Schneidwerkzeugmechaniker. In all den Jahren habe sich gezeigt, dass man sich auf den Schulleiter und seine Schule verlassen kann. „Alles, was hier geschaffen wurde, ist eine Meisterleistung, denn du bist wahrlich ein Meister deines Fachs und Schulleitung kannst Du richtig gut."

Oberstudiendirektor Wilhelm Ott, Sprecher der Direktorenvereinigung Unterfranken, sagte, dass Kurt Haßfurter vor 25 Jahren dem Verband beigetreten sei und ihm bis heute die Treue gehalten habe. Die Direktorenvereinigung Unterfranken vertrete die Lehrerschaft und identifiziere sich mit der Jakob-Preh-Berufsschule Bad Neustadt.

Hildegard Steinhardt, Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Jakob-Preh-Berufsschule in Bad Neustadt, sprach von einem Wohlklang und nahm dabei Bezug auf die musikalische Darbietung des Ensembles der Klarinetten- und Saxophonklasse der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen. Die Person Haßfurters sei mit den fröhlichen und heiteren Klängen der Musiktitel zu vergleichen. „Es ist mutig gewesen, was Sie an dieser Schule gemacht haben", sagte Steinhardt.

Oberstudienrat Jürgen Bieber, Vorsitzender des Personalrats, erinnerte an die Antrittsrede, bei der man schnell erkannt habe, dass Haßfurter ein hoch motivierter Schulleiter sein wird. Das habe sich bewahrheitet. Er habe in den vergangenen sieben Jahren die Berufsschule weiter entwickelt, Ideen eingebracht und umgesetzt. Erfreulich wertete es der Personalratsvorsitzende, dass der Schulleiter immer eine offene Türe für sein Personal hatte. „Danke für das Gesamtpaket Kurt Haßfurter." Mit Bildern und vor allem einem musikalischen Beitrag, dem „Heldengesang", wurden dann noch einmal die besonderen Fähigkeiten und die Zeit Haßfurters an der Schule heraus gestellt.

Dankbar und überwältigt sei er für diesen Abschied, sagte Schulleiter Kurt Haßfurter und fügte an: Jeder gestaltet sein Leben, wie er möchte und auch die Zukunft." Er selbst sei jemand, der immer die goldene Mitte bei seinen Entscheidungen gesucht habe. In seiner Zeit habe er viel bewegen können, allerdings nur mit Hilfe vieler aus Politik und Wirtschaft, die ihm zur Seite standen. So sei es eine Erfolgsgeschichte geworden. Er dankte allen, die ihn bei seiner Arbeit unterstützten. An Bürgermeister Bruno Altrichter gewandt meinte er: „Ich komme immer wieder gerne nach Bad Neustadt."

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