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Ausgeprägtes Gespür für das Machbare

Dienstag | 27.11.2018

Rhön- und Saalepost vom 29. November 2018/Stefan Kritzer

Es ist nicht nur eine Schule, die Christine Götz ab sofort leitet. Es sind genau genommen stattliche fünf Schulen, darunter die Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim, denen die neue Schulleiterin vorsteht. In einer Feierstunde in der Aula der Jakob-Preh-Schule wurde Christine Götz nun offiziell in ihr Amt eingeführt. Damit erklimmt sie eine weitere Sprosse ihrer ohnehin recht langen Karriereleiter.

Mammutaufgabe für die junge Schulleiterin

Unter dem Titel Jakob-Preh-Schule, Staatliche Berufsschule Bad Neustadt verbirgt sich nicht allein eine Berufsschule, sondern eine Technikerschule, eine Meisterschule, eine Berufsschule für Schneid- und Schleiftechnik. Nimmt man die Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim noch hinzu, dann kommt man, wie Landrat Thomas Habermann betonte, auf nicht weniger als fünf Schulen, denen Christine Götz seit einigen Monaten vorsteht. Eine Mammutaufgabe für die noch sehr junge Schulleiterin.

Sie habe schon verschiedenste Aufgaben im schulischen Bereich mit Erfolg gemeistert, stellte der stellvertretende Leiter der Jakob-Preh-Berufsschule, Roland Endres, in seiner Begrüßung der zahlreichen Gäste bei der Amtseinführung von Götz klar. Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde zeichnete das heiter aufgelegte Blechbläser-Quintett der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen verantwortlich.

Seit August ist Christine Götz in der Berufsschule aktiv und übernimmt diese in einer Zeit des Leitungswandels. Schließlich ist nicht nur der bisherige Schulleiter Kurt Haßfurter in Ruhestand gegangen, auch Roland Endres sucht neue Aufgaben an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen und ist im laufenden Schuljahr nur noch zeitweise in Bad Neustadt zugegen. Doch Christine Götz sucht neue Herausforderungen, wie sie selbst betont. Das Kultusministerium unterstützt sie auch darin: „Man traut es mir wohl zu“, sagt sie und lobt ihren in den vergangenen Jahren komplett sanierten neuen Arbeitsplatz und die hervorragende Ausstattung der Unterrichtsräume.

Doch auch Berufsschulen müssen mit der Zeit gehen und sich immer wieder neu erfinden, Stichwort Elektromobilität oder Industrie 4.0. Im kommenden Jahr soll zudem die Holzbildhauerschule in Bischofsheim neu gebaut werden. „Mir wird es hier bestimmt nicht langweilig“, sagt die neue Schulleiterin und setzt auch auf ein funktionierendes Team in der Schule: „Auf Ihr Mitwirken kann ich nicht verzichten.“

Beeindruckender Lebenslauf

Christine Götz weist eine eindrucksvolle Vita auf, wie Festredner Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer bemerkte. Sie wurde in Werneck geboren und wuchs in Röthlein auf. Nach dem Abitur am Celtis-Gymnasium Schweinfurt studierte sie Architektur an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Es folgte ein Studium für das höhere Lehramt an beruflichen Schulen der Fachrichtung Bautechnik und Mathematik an der Technischen Universität München und während der Referendariatszeit noch ein Ergänzungsstudium der Berufspädagogik.

Christine Götz war Lehrerin an der Wirtschaftsschule Bad Neustadt und an der Berufsschule in Schweinfurt. Ab 2010 arbeitete sie als pädagogische Mitarbeiterin im Referat Berufliche Bildung des Kultusministeriums. „Auf der Karriereleiter kamen Sie in geradezu atemberaubender Geschwindigkeit nach oben“, sagte Beinhofer. Nach fünf Jahren in München ging es zurück in die unterfränkische Heimat, zunächst an die Berufsschule Bad Kissingen, wo sie übergangsweise die Schulleitung inne hatte. „Ihr persönlicher Karriereturbo drehte so schnell“, sagte Beinhofer, „dass Sie bereits zum 1. November 2018 mit gerade mal 40 Jahren zur Oberstudiendirektorin befördert wurden.“ Der Regierungspräsident weiter: „Ihr ausgeprägtes Gespür für das Machbare sowie ihre Bereitschaft zur Netzwerkbildung tragen gewiss dazu bei, dass Sie an der Staatlichen Berufsschule Bad Neustadt schnell heimisch werden.“

Eigene und auch neue Wege gehen

„Es erwartet Sie eine Schule, die fest verankert ist in einem Netzwerk, das gepflegt werden will“, sagte Thomas Habermann. „Gehen Sie Ihre eigenen Wege“, so der Landrat zu Christine Götz, „und gerne auch mal neue Wege.“ Der Nukleus der Modellstadt für Elektromobilität sei die Berufsschule, so Bürgermeister Bruno Altrichter. „Auf dieser Ebene müssen wir weiter aktiv bleiben.“

Mit Christine Götz erhält die Jakob-Preh-Schule eine Leiterin, die genau weiß was sie will, wie der leitende Ministerialrat Werner Lucha vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus betonte. „Ihre Fußabdrücke sind zwar kleiner und zierlicher als die ihrer Vorgänger Kurt Haßfurter, Klaus Saar und Ulrich Bergner, aber mindestens genauso zielstrebig“, sagte Lucha. Glückwünsche an Götz kamen zudem vom Vorsitzenden des örtlichen Personalrats, Jürgen Bieber.

Foto: Gratulierten der neuen Schulleiterin der Jakob-Preh-Berufsschule, Christine Götz zum Start (von links): Der Vorsitzende des Personalrats Jürgen Bieber, Bürgermeister Bruno Altrichter, Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, Landrat Thomas Habermann und Ltd. Ministerialrat Werner Lucha

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